Harry Stahl

Referent für Grundsatzfragen der Mittelstandsfinanzierung
Mitglied im Verwaltungsrat des Mikrokreditfonds Deutschland
Bundesministerium für Wirtschaft

 

Herr Prof. Max Otte gehört zum Kreis einer eher kleineren Gruppe von Menschen, die mich wirklich nachhaltig beeindruckt haben. Wir hatten uns Ende 1996 im Rahmen eines Coachings kennengelernt, das er zu dieser Zeit noch als Vertreter einer renomierten Unternehmensberatung (zusammen mit weiteren Kollegen) im Bundeswirtschaftsministerium durchführte. Das Thema lautete „Die Zukunftstruktur des Bundesministeriums für Wirtschaft“. Ich arbeitete zu dieser Zeit noch im Organisationsreferat des BMWi.

 

Die Unternehmensberatung hatte die Aufgabe, das BMWi-Projektteam, dem ich auch angehörte, zu „coachen“. Dies bedeutete, dass Ergebnisverantwortung und Projektdurchführung beim BMWi lagen, währen die Unternehmensberatung beratend, begleitend und evaluierend zur Verfügung stand. Herr Otte stand zu dieser Zeit noch am Anfang seiner Karriere. Mich hatten aber schon zu dieser Zeit seine hohe Auffassungsgabe sowie seine blitzschnelle Analysefähigkeit sehr beeindruckt.


Er und seine Kollegen sowie die angehörigen des BMWi-Projektteams, hatten in einem bis dahin einzigartigen Prozess u.a. 25 Ideenwerkstätten und 15 Rückkopplungsrunden mit 185 Teilnehmern im BMWi durchgeführt. Darunter waren fast alle Referats- und Unterabteilungsleiter, zudem fanden weitere Gespräche auf Leitungsebene statt. Auch der Nachwuchskreis im BMWi und der Personalrat wurden beteiligt.


Ich selber hatte dabei auch mehrmals die Aufgabe „im Teamwork“ jeweils mit einem Vertreter der Unternehmensberatung (auch mit Herrn Otte) solche Ideenwerkstätten durchzuführen. Für meine berufliche Entwicklung war das sehr hilfreich, denn ich lernte dabei, wie man äußerst komplexe und umfangreiche Sachverhalte strukturiert, die wesentlichen Inhalte extrahiert und wie man Ideen, Vorschläge und „Visionen“ zu einem Erkenntnismehrwert und konkreten Zielen zusammenführt.


Bei dem damals schon gezeigten Verständnis für die „ganz großen Zusammenhänge“ verwunderte es mich später insofern auch nicht, dass Herr Otte schon Anfang 2008 („Der große Crash kommt“) die kommende Wirtschafts- und Finanzkrise vorhersehen konnte.


Ich hoffe daher, dass seine Kompetenz und seine Vorschläge für die Lösung aktueller Probleme in der Finanzwirtschaft noch größere Beachtung finden. Jedenfalls wünsche ich ihm für seine weitere berufliche Entwicklung alles Gute.

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